Samstag, 11. Juni 2016

Ein rasender Zug

Puh...
Da sitze ich heute in der Cafeteria der Unimedizin in Greifswald, nachdem ich eine Führung durch die klinische Chemie hatte. Ich checke nur schnell Facebook und es trifft mich wie ein rasender Zug.
Christina Grimmie wurde erschossen. Boah alter das ist jetzt nicht wahr...
Und ich lese und lese und will das nicht wahr haben. 2016 sind schon so viele gestorben und die Jahre davor auch. Da hat es mich einfach nicht gejuckt. Aber das hier ist anders. Es trifft mich persönlich und ich verstehe was zutiefst bestürzt heißt.
Ich war gerade aufs Gymnasium gewechselt und hatte keine schöne Zeit. Alles lief mächtig schief damals. Ich war klein, dick und hässlich. Doch irgendwann entdeckte ich Zeldaxlove64. Ich hörte mir ein Cover nach dem anderen an und lud eins nach dem anderen runter. Und wann immer ich allein zu Hause und traurig war, spielte ich diese Lieder von meinem kleinen Klapp-Handy ab. Irgendwann hatte ich die Texte drauf und begann mitzusingen. Es war nicht mitanzuhören was ich da von mir gab. Doch es tat meiner Seele gut.
Es kamen schon bald bessere Zeiten, doch mehr als sechs Jahre habe ich mich immer wieder hingesetzt und mitgesungen. Immer wenn die Welt am auseinanderbrechen war.
Davon wusste und weiß bis heute niemand außer mir.
Aber das war noch nicht alles was ich ihr verdanke. Ich habe mich in vielerlei Hinsicht an ihr orientiert. Ich saß schon dutzende Male beim Friseur mit dem Ziel so auszusehen wie sie. So richtig geklappt hat es nie.
Tja und jetzt sitze ich da und es trifft mich wie ein rasender Zug. Obwohl ich sie nicht kannte, trauere ich. Schon sehr lange Zeit habe ich nicht mehr so ein Gefühl verspürt.

Und jetzt sitze ich hier schon fünf Minuten und überlege wie ich diesen Text beenden soll. Mir fällt einfach nichts ein. Das ist wohl die wahre Bedeutung von "mir fehlen die Worte".